28.10.2019

Deutsche Wärmekonferenz 2019

Auf der 10. Deutschen Wärmekonferenz in Berlin hat die deutsche Heizungswirtschaft die Maß-nahmenvorschläge der Bundesregierung zur Verminderung der CO2 Emissionen von Gebäuden kritisch und konstruktiv bewertet. Die drei Spitzenverbände der Branche - der BDH (Bundesver-band der Deutschen Heizungsindustrie), der ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima) und der DG Haustechnik (Deutscher Großhandelsverband Haustechnik – begrüßen grundsätzlich das Vorhaben der Bundesregierung, die großen CO2 Minderungspotenziale im Gebäudebestand end-lich konsequent zu erschließen.

Das bereits 2017 von der Heizungsbranche und der Energiewirtschaft entwickelte Konzept von steuerlichen Anreizen setzt die Bundesregierung zumindest im Eckpunktepapier vom 20. Sep-tember 2019 weitgehend um. Die Verbände begrüßen diesen Schritt und insbesondere die Tat-sache, dass die steuerlichen Anreize attraktiv, unbürokratisch und technologieoffen gestaltet wer-den sollen. Die drei Spitzenverbände sehen die Entscheidung der Bundesregierung zusätzlich zu den steuerlichen Anreizen eine Austauschprämie für ineffiziente Heizungen in Höhe von 40 % der Investitionssumme einzuführen, ebenfalls als grundsätzlich positiv. Das diese Austauschprä-mie nicht nur wie vorher befürchtet für den Heizkessel alleine, sondern für das gesamte „neuer effizienter Heizsysteme“ gelten soll, trägt eindeutig die Handschrift der Heizungsbranche und ist somit inhaltlich und von der Sache her zu begrüßen.

Die drei Verbände fordern die Bundesregierung auf, im Prozess der Konkretisierung der Eck-punkte die Kompetenz der Heizungsbranche vollumfänglich einzubeziehen. BDH, ZVSHK und DG Haustechnik stehen für diesen nunmehr rasch durchzuführenden Konkretisierungsprozess zur Verfügung.

Auf der 10. Deutschen Wärmekonferenz beschrieben die Verbände das enorme CO2-Minde-rungspotenzial im Wärmemarkt.
Mit 800 TWh verbrauchen die Deutschen ein Drittel der Energie nur für das Heizen und für Warm-wasser. Knapp 21 Mio. Heizungen versorgen die Bevölkerung mit Wärme und Warmwasser. Aber 12 Mio. dieser Kessel sind völlig veraltet, verbrauchen zu viel Erdgas oder Heizöl und emittieren deutlich zu viel CO2. Wird ein alter Kessel gegen moderne Heiztechnik getauscht, können im Durchschnitt ca. 2,7 t CO2 pro Jahr eingespart werden. Multipliziert man die 2,7 t mit den 12 Mio. Altanlagen, so ergibt sich ein gesamtes Einsparpotenzial von 32 Mio. t pro Jahr.

Um die angestrebten CO2-Minderungsziele für das Jahr 2030 zu erreichen, muss das Austausch-tempo ineffizienter Heizungsanlagen deutlich gesteigert werden. Erforderlich ist die Verdopplung der jährlichen Austauschzahl von heute 600.000 auf 1,2 Mio. Altanlagen.
Diese Zielvorgabe lässt sich nach Einschätzung von BDH, ZVSHK und DG Haustechnik mit den beiden zentralen Maßnahmenvorschlägen des Klimapakets erreichen: die Schaffung steuerlicher Anreize für Effizienzinvestitionen im Gebäude sowie einer Abwrackprämie für ineffiziente Heiz-kessel. Sowohl die entsprechende Technologie als auch die Kapazitäten des installierenden Handwerks sind hierzu vorhanden. Wichtig hierbei ist ein technologieoffener Ansatz, der Moder-nisierungen im gesamten Spektrum moderner Anlagentechnik für alle Energieträger fördert und
nicht auf Maßnahmen beschränkt, die gegebenenfalls regional nicht umsetzbar oder für Investo-ren zu unwirtschaftlich werden können.
Die Heizungswirtschaft erwartet von der Politik jetzt eine schnelle Umsetzung der einzelnen Vor-schläge in entsprechende Vorgaben und Gesetze. Um die notwendige Akzeptanz potenzieller Anlagenmodernisierer zu finden, ist es für Hersteller, Handwerk und Großhandel zwingend erfor-derlich, diese Vorgaben attraktiv, unbürokratisch, verstetigt und technologieoffen zu gestalten.

Soll eine wirksame Klimapolitik tatsächlich die CO2-Minderungspotenziale von 32 Mio.t erschlie-ßen, bedarf es der Nutzung aller vorhandenen technischen Optionen, die von der Europäischen Union mindestens das Energielabel A tragen: Brennwerttechnik, Wärmepumpen, Solarthermie, Holzkessel sowie Photovoltaik und Brennstoffzellen – und zukünftig Green Gases und Green Fuels.
Unter diesen Voraussetzungen wird das Klimaschutzpaket für Gebäude einen sehr erfolgreichen Teil zur angestrebten Gesamtreduktion der CO2 Emissionen Deutschlands beitragen.